Über naive und sentimentalische Dichtung
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Über naive und sentimentalische Dichtung ist eine Abhandlung von Schiller, in der er sich mit der Ästhetik der Dichtkunst befasst.
Die Schrift ist eingebettet in eine Kulturkritik. Die Gegenwart wird einem überwindungswerten Stadium, eben dem der „Kultur“ zugeordnet. Wie in den Ästhetischen Briefen kreisen Schillers Überlegungen um die Frage, ob in der Kunst ein Potential zur Überwindung der als Totalitätsverlust und Naturwidrigkeit gekennzeichneten Gegenwart bereitliegt. Den angestrebten Zustand nennt Schiller „Ideal“. Die Instanzen, in denen es zur Darstellung gelangt, sind die „Natur“ in der Form des „Naiven“ und die „sentimentalische“ Dichtung.
Im Fortgang der Schrift zeigt sich, dass das Naive in der Gegenwart nicht wiederholbar ist – eigentlich ist es selbst schon eine Projektion des sentimentalischen Bewußtseins –, auf der anderen Seite die sentimentalische Dichtung unter den schwierigen Bedingungen der Gegenwart letztlich nicht gelingen kann. Dies gilt für alle drei Unterarten der sentimentalischen Dichtung – Satire, Elegie und Idylle. Selbst die Idylle, die den „Vorschein“ des Ideals leisten könnte, scheitert daran, dass in ihrer konkreten Darstellung „die Wirklichkeit mit ihren Schranken und die Kultur mit ihrer Künstelei“ zutage tritt. Sie kann die Divergenz von Ideal und Wirklichkeit nicht aufheben, sondern nur reproduzieren.
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[Bearbeiten] Literatur
- Wölfel, Kurt: Friedrich Schiller. München: dtv, 2004.











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