Santiago de Chile
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-33.45-70.666666666667522Koordinaten: 33° 27′ S, 70° 40′ W
| Santiago de Chile | |||
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| Basisdaten | |||
| Staat | Chile | ||
| Region | Región Metropolitana | ||
| Stadtgründung | 12. Februar 1541 | ||
| Einwohner | 5.392.395 (2002) | ||
| - im Ballungsraum | 6.061.185 | ||
| Stadtinsignien | |||
| Detaildaten | |||
| Fläche | 641,4 km² | ||
| Bevölkerungsdichte | 8.407 Ew./km² | ||
| Höhe | 522 m ü.d.M. | ||
| Stadtgliederung | 37 Comunas | ||
| Gewässer | Río Mapocho | ||
| Vorwahl | +56 2 | ||
| Zeitzone | UTC-4 | ||
| Stadtvorsitz | Raul Alcaíno Lihn | ||
| Webseite | Gobiernosantiago.cl | ||
| Satellitenaufnahme | |||
Santiago de Chile ist die Hauptstadt Chiles.
Das Stadtgebiet ist Teil der Hauptstadtregion (Región Metropolitana), die neben der Provinz Santiago weitere fünf Provinzen umfasst. Im städtischen Siedlungsgebiet (areá urbana) leben 5.392.395 Menschen, in der gesamten Región Metropolitana sind es 6.061.185 (Volkszählung 2002).[1] Damit leben etwa 40 Prozent aller Chilenen in der Hauptstadt oder in ihrer direkten Umgebung.
Santiago heißt eigentlich nur die Gemeinde, die das Stadtzentrum und das Regierungsviertel umfasst. Hier leben 200.792 Menschen (Volkszählung 2002). Die Agglomeration Santiago umfasst hingegen sogar Städte und Gemeinden anderer Provinzen, wie Puente Alto oder San Bernardo.
Die Stadt ist das unbestrittene politische Zentrum Chiles, auch wenn das chilenische Parlament, der Congreso Nacional (Nationalkongress), in Valparaíso tagt. Santiago ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt sowie das bedeutendste Wirtschafts- und Kulturzentrum von Chile mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Museen und Baudenkmälern. Die bedeutendsten Unternehmen Chiles haben ihren Sitz in Santiago, ebenso viele ausländische Dependancen. Die Hauptstadt ist auch das Medienzentrum des Landes.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
[Bearbeiten] Geographische Lage
Santiago liegt in einem Talkessel, umgeben von den Gipfeln der Anden am Fluss Río Mapocho. Die Stadt wird im Norden vom Aconcagua-Tal, im Süden vom Rancagua-Becken und seitlich von der Anden- und Küstenkordillere begrenzt.
Der Río Mapocho entspringt nordöstlich von Santiago in den Anden. Nach rund 50 Kilometer fließt der Fluss durch die Hauptstadt Chiles. Innerhalb Santiagos nimmt die Wasserqualität stark ab. Über Peñaflor fließt der Fluss nach El Monte, wo er dann in den Río Maipo mündet. Vom Fluss gehen eine große Anzahl Kanäle aus, die bekanntesten sind der Maipo-Kanal und der San Carlos-Kanal.
Das Stadtgebiet (areá urbana) hat eine Fläche von 641,4 Quadratkilometer. Davon gehören 22,4 Quadratkilometer zur Gemeinde Santiago. Die Metropolregion Santiago (Región Metropolitana) hat eine Fläche von 15.103,2 Quadratkilometer. Die Ebene der Hauptstadtregion ist von Weizen-, Wein- und Obstkulturen überzogen. Die Kessellage in Verbindung mit Auto- und Industrieabgasen führt häufig zu Smog, der oft so dicht ist, dass von der Innenstadt aus die Bergkette nicht mehr zu erkennen ist, die direkt an das Stadtgebiet grenzt.
[Bearbeiten] Geologie
Zwischen dem 27. und 33. Breitengrad, was ungefähr der Höhe Santiagos entspricht, befindet sich die Hochkordillere, deren Gipfel bis zu 5.000 Meter hoch liegen. Auf der argentinischen Seite, etwa 100 Kilometer nordöstlich der chilenischen Hauptstadt, erreichen die Anden hier zwischen 32. und 33. Breitengrad mit dem Aconcagua ihre höchste Erhebung. Die Deckgebirge in diesem Bereich bestehen aus mesozoisch-känozoischen Sedimenten und Vulkaniten, die immer wieder von granitischen Intrusionen durchbrochen werden. Auf der Höhe von Vallenar (29 Breitengrad) taucht sogar das alte Grundgebirge aus Gneisen und Glimmerschiefern auf. Dieser Block ist frei von jungem Vulkanismus.
Charakteristisch für die Großregion ist der starke Vulkanismus. Noch heute sind zahlreiche tätige Vulkane vorhanden. Der Aconcagua, mit 6962 Meter Höhe der höchste Gipfel der Anden, ist allerdings erloschen. In enger Verbindung mit dem Vulkanismus und der jungen Tektonik des Gebietes stehen die Erdbeben; die Hauptstadtregion wurde in ihrer Geschichte von zahlreichen Erdbeben getroffen. Das erste schwere Beben seit Gründung Santiagos im Jahre 1541 traf die Region am 16. Dezember 1575. Am 13. Mai 1647 zerstörte ein schweres Erdbeben die Stadt, 12.000 Menschen starben. Weitere große Beben ereigneten sich am 8. Juli 1730, am 19. November 1822 und am 16. August 1906. Am 3. März 1985 wurde eine Reihe von Gebäuden in Santiago durch ein starkes Erdbeben zerstört.[2]
[Bearbeiten] Stadtgliederung
Die Agglomeration Gran Santiago gliedert sich nach Angaben des Instituto Nacional de Estadísticas (INE) in 37 selbständige Gemeinden (comunas), von der die Gemeinde Santiago eine ist. 32 Gemeinden liegen in der Provinz Santiago, drei Gemeinden in der Provinz Cordillera (Pirque, Puente Alto und San José de Maipo ), eine Gemeinde in der Provinz Maipo (San Bernardo) und eine Gemeinde in der Provinz Talagante (Padre Hurtado). Von der Gemeinde San José de Maipo gehören nur die Ortsteile Las Obras und Las Vertientes zur Agglomeration Gran Santiago.
[Bearbeiten] Klima
In der Hauptstadtregion herrscht ein dem Mittelmeerraum vergleichbares Klima. Es wird stark durch den Humboldt-Meeresstrom entlang der Küste des Landes beeinflusst. Dieser fließt von Süden nach Norden und transportiert kaltes Meereswasser aus der Antarktis. Während zum Vergleich Nordeuropa vom warmen Golfstrom profitiert, liegen die Wassertemperaturen in Chile bei analogem Breitengrad (Nord-/Südkoordinate) deutlich niedriger.
Eine Besonderheit des Klimas ist der El-Niño-Effekt, auch Südliche Oszillation genannt. Dieses Klimaphänomen ist in der Hauptstadtregion etwa alle sieben Jahre wirksam und führt hier zu vermehrten Niederschlägen im Vergleich zu Normaljahren.
Das Klima in Santiago ist im Allgemeinen trocken, mit schroffen Temperaturwechseln. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 14,0 Grad Celsius, die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 312,5 Millimeter. Die wärmsten Monate sind Dezember bis Februar mit durchschnittlich 18,9 bis 20,0 Grad Celsius und die kältesten Juni bis August mit 8,1 bis 9,1 Grad Celsius im Mittel. Der meiste Niederschlag fällt von Mai bis August mit durchschnittlich 57 bis 85 Millimeter, der geringste von November bis April mit durchschnittlich zwei bis 14 Millimeter.
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Santiago de Chile
Quelle: [3]
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[Bearbeiten] Umweltprobleme
Santiago hat mit zahlreichen Umweltproblemen zu kämpfen. Dazu gehören eine übermäßige Verschmutzung der Flüsse, unzureichende Strukturen in der Abfallbeseitigung, Luftverschmutzung, Defizite im öffentlichen Personennahverkehr und eine übermäßige Verkehrsbelastung. Südlich der Hauptstadt ist die Ultraviolettstrahlung der Sonne als Folge des Ozonlochs so intensiv, dass die Pflanzen verbrennen und Kinder nur mit Kleidung und Sonnenschutzcreme geschützt sind. Da sich viele Familien die teure Creme nicht leisten können, besteht die Gefahr, dass ihre Kinder an Hautkrebs erkranken und das Immunsystem geschwächt wird.[4]
Besondere Probleme bereitet die Luftqualität. Sie gilt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als eine der schlechtesten der Welt. Die Stadt befindet sich in einem Talkessel von circa 50 Kilometer Durchmesser etwa 500 Meter über dem Meeresspiegel. Im Westen liegt das Küstengebirge mit Gebirgshöhen von über 1800 Meter, im Osten die Anden mit Gipfeln von zum Teil über 6000 Meter Höhe. Nach Norden und Süden erheben sich ebenfalls Hügel, wodurch die Stadtluft bei Inversionswetterlage im Talkessel gefangen ist.
Seit 1998 hat sich die Luftqualität durch die Einführung neuer Grenzwerte verbessert. Es wurden Umweltnormen für Schwebepartikel in der Luft und Grenzwerte für Arsenemissionen eingeführt. Die Luftverschmutzung in der Metropole ist aber weiter bedenklich. Der hohe Gehalt an Feinstaub und der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid stellen ein großes Problem dar.
Die Ursachen liegen sowohl in den zahlreichen Fabrikanlagen und Kraftwerken als auch am Verkehr und in den privaten Haushalten. Bedingt durch die schnelle Verstädterung, das stark gestiegene Verkehrsaufkommen und die Industriekonzentration im Ballungsraum stellen die übermäßige Emissionsbelastung und der Smog eine ernsthafte Bedrohung für die öffentliche Gesundheit dar.
Während Inversionswetterlagen nehmen besonders Atemwegserkrankungen unter der Bevölkerung der Hauptstadt zu. Bei Smogalarm wird das Fahrverbot für Personenkraftwagen ausgedehnt, inklusive Autos mit Katalysatoren. Für die Industriebetriebe entstehen immense Kosten, da sie im Zuge von Präventivmaßnahmen ihre Aktivität vorübergehend einstellen müssen.
[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] Prozess der Stadtgründung
Am 13. Dezember 1540[5] erreichte der spanische Konquistador Pedro de Valdívia mit 170[6] Soldaten, davon die meisten zu Pferde, über den Inka-Pfad, wo heute die Strassen Independencia und Bandera liegen, den Río Mapocho und das inkaische Verwaltungszentrum „Tambo Grande“, das an der Stelle der heutigen Plaza de Armas erbaut war. Nach einer kurzen Überquerung des Mapocho wurden die Verwaltungsgebäude besetzt um die Kontrolle über die Gegend zu erhalten.[7]
Die durch Kuriere des Inka-Herrschers Manco Cápac II. vorgewarnte indigene Bevölkerung hatte ihre Lebensmittel versteckt und zeigte sich feindselig gegenüber den Besatzern. Zudem war den spanischen Invasoren schon bei der Ankunft der Proviant ausgegangen und unter Hunger leidend brauchten sie noch 20 Tage bis es Pedro de Valdívia mit Geschick gelang die Bevölkerung zu Verhandlungen und Kooperation zu nötigen.[8]
Santiago wurde dann am 12. Februar 1541 von Pedro de Valdívia unter dem Namen „Santiago del Nuevo Extremo“ gegründet. Im selben Akt wurde die Umgebung zur Provinz „Nueva Extremadura“ erhoben.[9] Die Zeremonie fand auf dem Hügel Cerro Santa Lucia (von den Picunche-Ureinwohnern „Huelén“ genannt) statt, der heute ein Park am Rande des historischen Zentrums ist. Valdívia wählte den Ort, weil der Río Mapocho hier eine größere Insel bildete. Diese Lage war günstig, um die Stadt gegen die Angriffe der Mapuche zu verteidigen.
Der Grundriss der neuen Stadt bestand aus geradlinigen Strassen von 12 Varas (14,35 m) Breite, die in gleichmässigen Abständen von 138 Varas (165,08 m) oder rechtwinklig zueinander angeordnet waren. Mit neun Strassen in Ost-West-Richtung und 15 in Nord-Süd-Richtung wurden 126 Blöcke gebildet, die sogenannten „Manzanas“ oder, wenn quadratisch zugeschnitten, auch „Cuadras“ genannt. Eine Cuadra wurde als Plaza Mayor vorgesehen und die übrigen wurden unter den Konquistadoren aufgeteilt.[10]
[Bearbeiten] Versuch der Zerstörung
Der Widerstand der indigenen Bevölkerung lebte bald wieder auf und mündete in weiteren schweren Auseinandersetzungen. Sogar mit einer Meuterei aus den eigenen Reihen mußte Pedro de Valdívia fertig werden. In der immer weiter eskalierenden Situation ließ er alle Kaziken im Tal des Mapocho aufgreifen und in seinem Haus in Santiago gefangen halten.[11]
Am 11. September 1541 begann ein organisierter Aufstand unter Führung des Picunche-Kaziken Michimalongo mit einem Überfall auf Santiago. Pedro de Valdívia befand sich zur gleichen Zeit mit einem Teil seiner Truppe südlich im Tal Cachapoal in Kämpfe verwickelt. Die in einer großen Überzahl angreifenden - von Zeitgenossen übertrieben auf 10.000 Personen geschätzt - konnten Santiago niederbrennen und fast wäre es ihnen gelungen die gefangenen Kaziken zu befreien.[12]
Kurz vor einer Niederlage konnte Inés de Suárez, die Lebensgefährtin von Pedro de Valdívia, mit einem Einfall das Blatt noch wenden. Sie schlug vor, den sieben gefangenen Kaziken den Kopf abzuschlagen, um diese dann den Angreifern vor die Füße zu werfen. Die Männer glaubten erst nicht an diesen Überlebenstrick, doch Inés setzte ihren Plan durch. Sie selbst köpfte den ersten persönlich mit dem Schwert. Als die Indianer die Köpfe in den Händen der spanischen Angreifer sahen, setzten sie zu einem konfusen Rückzug aus dem Inneren Santiagos an. Aber erst kurz vor Einbruch der Dunkelheit gelang es die Attacke endgültig abzuwehren.
Mit diesem spektakulären Ereignis begann ein sich drei Jahre lang hinschleppender Kriegs- und Belagerungszustand. Die Cuadra an der Nordseite der Plaza de Armas wurde mit einer sie vollständig umgebenden Lehmmauer von 2,50 Meter Höhe und 2,10 Meter Tiefe zur Fliehburg ausgebaut, mit vier niedrigen Türmen in den Ecken und Räumlichkeiten zum Lagern von Waffen und Waren. Die Konquistadoren befanden sich in einer äußerst prekären Situation. Sie litten unter permanenter Lebensmittelknappheit und waren völlig isoliert vom Rest der Welt. Jagen war schwierig und eigener Ackerbau schaffte wenig Erleichterung. Sogar die Kleidung ging ihnen aus, sodass sie sich schließlich wie die indigene Bevölkerung anziehen mussten.
Pedro de Valdívia entsandte im Januar 1542 Alonso de Monroy mit fünf Reitern nach Peru um Hilfe anzufordern. 20 entbehrungsreiche Monate mussten sich die Santiaguiner dann noch gegen alle Widrigkeiten behaupten, bis im Dezember 1543 Monroy mit 70 Reitern und einer Hilfslieferung zurück kam. Aber damit wurde die isolierte und demoralisierte Situation von Santiago beendet. Der Aufstand war gescheitert, die Indios zogen sich zurück nach Süden und die Stadt war relativ sicher. Etwa ein halbes Jahr später kam weitere Unterstützung mit Juan Bautista Pastene und von Santiago aus begannen systematisch Expeditionen um das Land zu kolonisieren.[13]
[Bearbeiten] Kolonialzeit
Nach dem Fall von Concepción 1555 marschierten die Mapuche erneut auf Santiago zu. Sie zogen sich allerdings überraschend nach der Zerstörung der Festung Peteroa zurück, da sie einen stärkeren spanischen Angriff erwarteten. Pedro de Villagrán, dem Kommandanten der Festung Imperial, gelang es in einem nächtlichen Überraschungsangriff den Kriegshäuptling (Toqui) Lautaro am 1. April 1557 zu töten.
Die ersten Gebäude Santiagos wurden mit Hilfe von Picunche-Indianern errichtet. Ein weiter südlich verlaufender Arm des Río Mapocho wurde später trocken gelegt und zur Hauptstraße Alameda umgewandelt (heute heißt sie: Avenida Libertador Bernardo O'Higgins). Der Begriff Alameda stammt von Alamo, einer in Zentralchile verbreiteten Pappel, also vergleichsweise einer Allee. 1778 wurde die erste Brücke über den Río Mapocho gebaut, die Brücke Puente Cal y Canto, diese verband den außenliegenden Stadtteil La Chimba mit dem Zentrum.
Die Landwirtschaft in der Umgebung Santiagos bildete einen wichtigen Wirtschaftszweig. Hier setzte sich das Hacienda und später Encomienda genannte System durch, bei dem die Indígenas durch ein System aus Patronage und Repression de facto als Sklaven gehalten wurden. Immer wieder wurde die Sklavenhaltung offiziell (von europäischen Herrschern) verboten und wieder eingeführt, ohne an der faktischen Unterdrückung etwas zu ändern. Per Erlass war es den Spaniern verboten, mit Indianern zusammenzuleben. Neben den indianischen Angriffen behinderten schwere Erdbeben die Entwicklung der Stadt. 1647 zerstörte ein schweres Erdbeben Santiago, 1730 und 1783 folgten weitere verheerende Beben. Zwischen 1598 und 1723 behinderten auch niederländische Händler die spanische Kolonialherrschaft.
[Bearbeiten] Unabhängigkeit
Am 12. Februar 1817 fand in Colina, nördlich von Santiago, die Schlacht von Chacabuco statt. Hier besiegten argentinische und chilenische Unabhängigkeitskämpfer unter der Führung von José de San Martín und Bernardo O'Higgins die spanischen Royalisten. Chile proklamierte daraufhin am gleichen Tag seine Unabhängigkeit. Der Weg nach Santiago war nun frei und die Unabhängigkeitskämpfer konnten am 14. Februar 1817 in die Stadt einziehen. Trotzdem waren die Spanier noch nicht komplett geschlagen.
Die Entscheidung um die Unabhängigkeit Chiles fiel am 5. April 1818 in der Schlacht von Maipú, auf einer Ebene südlich von Santiago. Hier besiegten die chilenischen Streitkräfte unter Bernardo O’Higgins die Spanier unter General Mariano Osorio und bestätigten damit die Unabhängigkeitserklärung vom 12. Februar 1817. Im Verlauf der Schlacht starben 2.000 Spanier und es gab 3.000 Gefangene. Die Chilenen verloren 1.000 Mann. Bernardo O’Higgins wurde das erste Staatsoberhaupt des unabhängigen Chile.
Während der sogenannten Ära der Autoritären Republik (ab 1830), die bis zum Bürgerkrieg 1891 dauerte, wurde das Schulsystem eingeführt und das Kulturleben erfuhr eine Blüte: 1843 erfolgte in Santiago die Gründung der Universidad de Chile und 1888 der Pontificia Universidad Católica. Am 8. Dezember 1863 wurde die Jesuitenkirche Iglesia de la Compañía durch ein Feuer zerstört, den mehr als 2.000 Opfern des Brandes errichtete man ein Denkmal. Im Jahre 1885 lebten 189.322 Menschen in Santiago. Ende des 19. Jahrhunderts begannen sich die Arbeiter zu organisieren und für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen. 1898 wurde mit der Sociedad de resistencia (Widerstandsvereinigung) der erste Vorläufer der chilenischen Gewerkschaften von Eisenbahnarbeitern in Santiago gegründet.
[Bearbeiten] Krise, Bauboom und Zuwanderung
In der Regierungszeit von Germán Riesco Errázuriz (1901–1906) wurde der Edelmetallanteil der Münzwährung verringert und damit der Peso deutlich abgewertet, was zu einem Anstieg der Inflation führte. Eine Spekulationswelle durchzog das Land und erschütterte die Wirtschaft der Hauptstadtregion. Drastische Preiserhöhungen waren die Folge, es kam zu Arbeiteraufständen und großen Demonstrationen in Santiago. Die Regierung setzte das Militär ein; etwa 200 Menschen starben bei den Auseinandersetzungen.
In den 1930er Jahren begann die Umwandlung der Stadt in eine moderne, industrialisierte Metropole. Rund um den Präsidentenpalast (La Moneda) entstand das Verwaltungsviertel Barrio Cívico mit vielen Ministerien und anderen öffentlichen Einrichtungen. Die Bevölkerungszahl stieg durch die Zuwanderung aus Nord- und Südchile rasant an und überschritt um 1940 die Grenze von einer Million. Bis 1960 hatte sie sich auf zwei Millionen verdoppelt. Dies führte besonders in den Armenvierteln Santiagos zu einer Verschärfung der sozialen Situation. Zahlreiche Kinder galten als unterernährt, viele Familien waren obdachlos, und die Arbeitslosigkeit hoch.
Nach dem Wahlsieg von Salvador Allende wurden ab 1970 die Löhne der Arbeiter und Angestellten um 35 bis 60 Prozent erhöht. Die Preise für die Miete und wichtige Grundbedarfsmittel wurden eingefroren. Schulbildung und Gesundheitsversorgung erfolgten kostenfrei. Jedes Kind bekam Schuhe sowie täglich einen Liter Gratismilch. Die Kindersterblichkeitsrate in der Hauptstadtregion sank so um 20 Prozent. Der Schwerpunkt der Wirtschaftspolitik lag in der Enteignung von ausländischen Großunternehmen und Banken.
[Bearbeiten] Armeeputsch 1973
Am 11. September 1973 putschte die Armee unter Augusto Pinochet und blockierte die Verkehrswege und Kommunikation von Santiago nach Viña del Mar und Valparaíso. Mit Kampfflugzeugen bombardierten sie in den frühen Morgenstunden den Präsidentenpalast „La Moneda“. Gegen 14:00 Uhr begann die Armee mit der Erstürmung des Palastes. Nach kurzem Gefecht ordnete Allende die Kapitulation an, nur er selbst blieb im „Saal der Unabhängigkeit“ zurück und beging Selbstmord[14].
Im Nationalstadion von Santiago wurden die Opfer interniert, viele von ihnen gefoltert und getötet. Der Putsch in Chile unter General Augusto Pinochet leitete eine 17-jährige Diktatur und radikale marktorientierte Wirtschaftsreformen ein. Nach den bürgerkriegsähnlichen, von unglaublicher und massenhafter Gewalt seitens der Militärs geprägten Wochen nach dem Putsch mit Tausenden Toten ging das Regime in den nächsten Jahren dazu über, die politische Opposition auszuschalten. Hunderte Menschen wurden entführt, gefoltert oder „auf der Flucht erschossen“.
[Bearbeiten] Wirtschaftskrise und Aufschwung
Mit der Wirtschaftskrise 1982/1983 kam es in Santiago zu massiven Protesten, in deren Folge erneut massiv gegen Oppositionelle vorgegangen wurde. So wurden während der Protesttage 1983 und 1984 zahlreiche Menschen erschossen, Demonstranten und Unbeteiligte, zum Teil aus fahrenden Autos heraus. Die willkürliche Gewalt, Hausdurchsuchungen und Militäreinsätze in den Armenvierteln Santiagos (poblaciones) nahmen immer größere Ausmaße an. Hier kämpfte die linksgerichtete Stadtguerilla Movimiento de Izquierda Revolucionaria (MIR) gegen die Diktatur.
Im Laufe der 1980er Jahre wurden mehrere Oppositionelle „bei bewaffneten Auseinandersetzungen“ erschossen. Zwar nahm die Anzahl der Verschwundenen ab, doch die Folter von Regimekritikern wurde nicht weniger. Traurige Berühmtheit erlangten die 1986 in Santiago erschossenen Brüder Vergara Toledo und die Jugendlichen Rodrigo Rojas und Carmen Quintana, die von Militärs bei lebendigem Leibe angezündet wurden, wobei Rojas starb.
Nach der wirtschaftlichen Stabilisierung ab 1983 und dem folgenden Aufschwung begannen auch erste Schritte der Liberalisierung. Die Wirtschaftspolitik wurde pragmatischer und die Repression weniger stark. Dieser Prozess wurde jedoch häufig unterbrochen oder sogar rückgängig gemacht. Aus den Selbsthilfeorganisationen in den Armenvierteln Santiagos entwickelten sich eine Reihe von politischen Gruppierungen, die gegen die Diktatur kämpften. Es kam zu einer Welle an Bombenanschlägen in der Hauptstadtregion, vor allem gegen hochrangige Offiziere. Doch mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der 1980er Jahre beruhigte sich die Situation auch politisch wieder.
1993 kam der ehemalige DDR-Staatsratsvorsitzende Erich Honecker nach Santiago, wo seine Tochter lebte, um der Strafverfolgung in Deutschland nach der deutschen Einheit zu entgehen. Er starb im Mai 1994 in der chilenischen Hauptstadt.
[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung
1541 lebten in Santiago erst 150 Menschen. Bis 1613 stieg die Einwohnerzahl auf über 10.000 und 1865 lebten in der Region mehr als 100.000 Menschen. Um 1940 wurde die Grenze von einer Million überschritten. Heute ist der Großraum Santiago (Región Metropolitana) in Chile die am dichtesten besiedelte Region, wo knapp die Hälfte der chilenischen Einwohner lebt. Groß-Santiago (Gran Santiago) selbst hatte bei der Volkszählung 2002 etwa 5,4 Millionen Einwohner; es beherbergte also etwa ein Drittel aller Einwohner des Landes. Verschiedene Studien gehen davon aus, dass im Großraum Santiago etwa 33 bis 41 Prozent der Einwohner in Armenvierteln (poblaciones) leben.
Die Bevölkerung der Hauptstadtregion ist durch einen hohen Grad an Homogenität gekennzeichnet. Die Chilenen mit europäischen Vorfahren und Mestizen bilden rund 90 Prozent der Bevölkerung. Der Anteil der Mestizen beträgt rund 50 Prozent, der Mapuche-Anteil liegt bei etwa sieben Prozent, der Aymara-Anteil bei 0,5 Prozent und der Polynesier-Anteil bei 0,2 Prozent.
Während der Kolonialzeit wurde das Gebiet durch Einwanderer aus allen Regionen Spaniens besiedelt. Im frühen 19. Jahrhundert wanderten englische und irische, sowie deutsche Siedler ein. Die Einfuhr schwarzer Sklaven war zu allen Zeiten sehr gering. Die Mehrheit von ihnen konzentrierte sich in Chile vor allem in der Hauptstadtregion, aber auch in Quillota und Valparaíso. Im Laufe der Jahrhunderte vermischten sich die Schwarzen mit den Weißen und Mestizen, so dass heute das afrikanische Element fast völlig verschwunden ist. In den vergangenen Jahren zogen Armutsflüchtlinge aus Peru und Bolivien in die Region. Die Wirtschaftskrise in Argentinien zwang auch Argentinier zur Arbeitssuche im Nachbarland. Eine kleine Gruppe von Einwanderern kam aus Asien, vor allem aus Korea, und lebt im Großraum Santiago.
Die meisten Menschen in Chile sind Katholiken und Santiago bildet hier keine Ausnahme. Bei der Volkszählung 2002 waren in der Región Metropolitana von den Menschen mit einem Alter von 15 Jahren oder älter 68,74 Prozent katholisch, 13,08 Prozent evangelisch, 1,16 Prozent Zeugen Jehovas, 0,90 Prozent Mormonen, 0,25 Prozent Juden, 0,11 Prozent orthodox und 0,03 Prozent Muslime. 5,35 Prozent gehörten anderen Religionen an und 10,37 Prozent waren atheistisch oder agnostisch.[15]
Die folgende Tabelle zeigt die Einwohnerzahlen des städtischen Siedlungsgebietes (areá urbana). Bis 1850 handelt es sich meist um Schätzungen, von 1865 bis 2002 um Volkszählungsergebnisse und 2007 um eine Berechnung.[16]
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[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Stadtregierung
Groß-Santiago (Gran Santiago) wird von keinem Oberbürgermeister regiert, sondern besteht aus 37 selbständigen Gemeinden (comunas). Ihnen steht die Regierung der Región Metropolitana als übergeordnete Verwaltungseinheit mit hohem politischen Gewicht gegenüber. Jede Gemeinde besitzt einen Bürgermeister (alcalde) mit starken Exekutivbefugnissen gegenüber dem Gemeinderat (consejo municipal). Bei den Kommunalwahlen ist es notwendig, dass die Partei des Kandidaten mindestens 30 Prozent der abgegebenen Stimmen erhält. Scheitert sie an dieser Hürde, wird der Bürgermeister indirekt von den Gemeinderäten gewählt. Bürgermeister und Gemeinderat werden alle vier Jahre gewählt. Die nächsten Kommunalwahlen in Chile finden 2008 statt.
Die Bürgermeisterwahl der Gemeinde Santiago vom 31. Oktober 2004 gewann Raúl Alcaíno vom rechtsgerichteten Parteienbündnis Alianza por Chile mit 49,04 Prozent vor Jorge Schaulsohn von der sozialdemokratischen Partido por la Democracia mit 45,78 Prozent und Amaro Labra vom Linksbündnis „Juntos Podemos Más“ mit 5,18 Prozent.[17] Raúl Alcaíno löste den seit 2000 die Gemeinde Santiago regierenden Joaquín Lavín von der rechten Unión Demócrata Independiente in seinem Amt als Bürgermeister ab.
Im Verantwortungsbereich der Gemeinde liegen unter anderem die Bereiche öffentlicher Transport, Straßenbau, Stadtplanung, Abwasser und Kanalisation, Parks, Müllentsorgung und öffentliche Beleuchtung. Ebenso haben die Gemeinden vom chilenischen Zentralstaat Aufgaben der medizinischen Grundversorgung, der Bildung und Sozialhilfe übertragen bekommen. Auch sind sie teilweise für die Bereiche Sport, Fremdenverkehr, Sozialwohnungsbau und Katastrophenschutz zuständig. Bei sozialen Problemen sind die Nachbarschaftsvertretungen (juntas de vecinos) einzelner Ortsteile wichtige Ansprechpartner für die Gemeindeverwaltung.
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
Santiago unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften:
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Musik und Theater
Santiago ist ein kulturelles Zentrum und zieht die begnadetsten Künstler klassischer und moderner Musik sowie Tanz- und Theaterkunst des ganzen Landes an. Die Stadt besitzt zahlreiche Klubs, Diskotheken und Lokale. Techno, House und elektronische Musik konkurrieren hier mit Rock und Pop sowie karibischen Rhythmen (Salsa, Cumbia, Merengue). In den Kinos der Hauptstadt sind neben einheimischen Filmen auch aktuelle Produktionen aus Europa und den USA zu sehen.
In Klassikzyklen treten chilenische und internationale Virtuosen auf und im 1857 eröffneten „Teatro Municipal“ wird eine jährliche Opernsaison veranstaltet. Darüber hinaus gibt es Balletvorführungen und klassische Musik. Im Konzertsaal des „Teatro Universidad de Chile“ spielt unter anderem das chilenische Sinfonieorchester. In kleinen Kulturzentren und Off-Theatern finden zahlreiche Veranstaltungen statt, in intimen Kneipen spielen bekannte einheimische Künstler und in Parks und auf öffentlichen Plätzen sind Aufführungen von Straßentheatergruppen zu sehen.
[Bearbeiten] Museen
Santiago besitzt mehrere Museen. Zu nennen sind hier insbesondere das Museo Histórico Nacional (Geschichtsmuseum), das Museo de Bellas Artes (Museum der schönen Künste), das Museo de Artes Visuales (Museum der Visuellen Künste), das Museo de la Solidaridad, Salvador Allende und das Museo Chileno de Arte Precolombino (Chilenisches Museum für präkolumbische Kunst).
Letzteres beherbergt eine umfassende Sammlung von Kunstgegenständen aus Mittel- und Südamerika aus der Zeit vor der europäischen Entdeckung beherbergt. Es handelt sich dabei um eines der bedeutendsten Museen für diesen Kulturraum. Die Ausstellungsstücke, häufig tierische oder menschliche Figuren aus verschiedenen Materialien, sind zum Teil über 5000 Jahre alt. Daneben gibt es Mumien, Tongefäße und Webearbeiten. Das Museum wurde 1981 eröffnet und geht auf die Privatsammlung von Sergio Larrain Garcia Moreno zurück. Im Museum finden auch Wechselausstellungen statt. Ferner beherbergt es eine Bibliothek zu Forschungszwecken.
Die Metro de Santiago dient nicht nur als Transportsystem, sondern gilt auch als kulturelle Sehenswürdigkeit. Die U-Bahn-Station „Universidad de Chile“ besitzt ein großflächiges Wandgemälde von Mario Toral, das die Geschichte des Landes darstellt. Andere Kunstwerke befinden sich in den U-Bahnhöfen „Baquedano“, „Bellas Artes“, „Santa Lucía“ (portugiesische azulejos, ein Geschenk der Metro Lissabon), „República“ sowie in vielen anderen Bahnhöfen. Seit kurzem wurde auch in der Station „La Moneda“ das Licht gedimmt. Der Bahnhof wird nur noch durch die neuen beleuchteten Wandgemälde erleuchtet.
Die Villa Grimaldi in La Reina war ein Gelände, auf dem 1975 bis 1988 Oppositionelle der Pinochet-Diktatur gefoltert wurden. Heute befindet sich auf dem weniger als ein Hektar großen Grundstück an der Avenida José Arrieta 8200 der privat finanzierte sogenannte Parque de la Paz (Park des Friedens). Das Konzept der Gedenkstätte entspricht der offiziellen Richtung der Erinnerungskultur in Chile. Statt einer umfassenden Gedenkstätte (es gibt einige Gedenktafeln) wurde ein Park und eine Bühne für kulturelle Veranstaltungen errichtet.
Auf dem Zentralfriedhof von Santiago in der Kommune Recoleta sind etwa zwei Millionen Menschen auf einer Fläche von 86 Hektar beerdigt, unter ihnen viele wichtige Persönlichkeiten der chilenischen Geschichte wie Salvador Allende und Künstler wie Victor Jara und Violeta Parra. Auf dem Friedhofsgelände befindet sich auch ein Denkmal für die Toten und die bis heute vermissten Opfer der Militärdiktatur.[18]
[Bearbeiten] Bauwerke
Trotz der langen Geschichte befinden sich nur wenige historische Bauten aus der spanischen Kolonialzeit in der Stadt, da Santiago - wie der Rest des Landes - regelmäßig von Erdbeben heimgesucht wurde. Zu den Gebäuden aus dieser Zeit zählen unter anderem die Casa Colorada (1769), die Iglesia San Francisco (1586) und die Posada del Corregidor (1750).
Ein anderer Grund, dass es an alten Gebäuden aus dieser Zeit mangelt, ist der Neureichtum Chiles. Zur Zeit der spanischen Kolonie hatte die Stadt wirtschaftlich nur eine geringe Bedeutung, der Aufschwung kam erst nach der Unabhängigkeit. Das erklärt das geringe Alter vieler Gebäude, die hauptsächlich im neoklassizistischen Stil errichtet worden sind.
Die Kathedrale am zentralen Platz (Plaza de Armas), 1745 nach Plänen von Joaquim Toesca erbaut, zählt ebenso zu den Sehenswürdigkeiten, wie La Moneda, der klassizistische Präsidentenpalast, der bis 1981 noch die Einschüsse zeigte, die General Pinochets Truppen beim Putsch gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Salvador Allende 1973 hinterlassen hatten. Das ursprüngliche Gebäude entstand zwischen 1784 und 1805 nach Plänen des Architekten Joaquín Toesca. Seit 1846 ist der Präsidentenpalast Sitz der Regierung des Landes.
Weitere Gebäude am Plaza de Armas sind die 1882 fertiggestellte pastellfarbene Hauptpost (Correo Central) und der zwischen 1804 und 1807 erbaute Palacio de la Real Audjencia, in dem am 18. September 1810 – heute Datum des Nationalfeiertages – die erste Regierung des Landes tagte. Der Palast beherbergt das Historische Museum mit rund 12.000 Ausstellungsstücken. Im Südosten des Platzes steht die 1893 erbaute blaue Eisenkontruktion des Edwards-Kaufhauses (Edificio Comercial Edwards) und der 1769 fertiggestellte Kolonialbau der „Casa Colorada“, Sitz des historischen Stadtmuseums.
Nahe befindet sich das Stadttheater (Teatro Municipal). Das 1906 durch ein Erdbeben zerstörte Gebäude wurde 1857 nach Plänen des französischen Architekten Brunet des Baines errichtet. Nicht weit vom Theater die „Mansión Subercaseaux“ (heute Sitz der Banco Edwards) und die Nationalbibliothek (eine der größten Bibliotheken Südamerikas). In Gegenrichtung gruppieren sich der frühere Nationalkongress, der Justizpalast und das Königliche Zollhaus (Palacio Real Casa de Aduana) mit dem Museum für Präkolumbische Kunst.
Der ehemalige Nationalkongress (Congreso Nacional) steht nahe dem Boulevard Liberador Bernado O'Higgins. Die Arbeiten am ursprünglichen Gebäude begannen 1858 nach Plänen des Architekten Brunet des Baines. Ein Feuer zerstörte das Bauwerk 1895. Es wurde anschließend umgebaut und 1901 im neoklassizistischen Stil wieder eröffnet. Der erste chilenische Nationalkongress wurde am 4. Juli 1811 durch Beschluss (1810) der Regierungsjunta in Santiago gebildet. Unter der Militärdiktatur von Augusto Pinochet (1973-1989) wurde der Kongress entmachtet und nach Ende der Diktatur in Valparaíso am 11. März 1990 neu konstituiert.
Am Plaza Montt steht das Gebäude des Justizspalastes (Palacio de Tribunales). Das Bauwerk entstand zwischen 1907 und 1926 nach Plänen des Architekten Emilio Doyére. Es ist Sitz des Obersten Gerichtshofes (Corte Suprema de Justicia). Das Kollegialgericht mit 21 Richtern ist die höchste richterliche Gewalt in Chile. Die Richter werden von den Richtern des Obersten Gerichts vorgeschlagen und vom Präsidenten auf Lebenszeit ernannt. Das Gebäude ist auch Sitz des Obersten Berufungsgerichtes des Landes.
Die Calle Bandera führt zum 1917 fertiggestellten Gebäude der Handelsbörse (Bolsa de Comercio), zum 1925 eröffneten „Club de la Unión“, zur Universidad de Chile (1872) und zur ältesten Kirche der Stadt, der Iglesia de San Francisco (1586 bis 1628 erbaut) mit der Marienstatue „Virgen del Socorro“ von Pedro de Valdivia. Nördlich der Plaza de Armas führt die Ahumada zur Santo-Domingo-Kirche (1771) und zur Markthalle (Mercado Central), einer mächtigen Eisenkonstruktion. Im Zentrum Santiagos steht der Torre Entel, ein 127,4 Meter hoher Fernsehturm mit Aussichtsplattform. Der Turm wurde 1974 fertiggestellt. Er gehört der Telefongesellschaft ENTEL Chile und dient als deren Kommunikationszentrum.
Mit dem Costanera Center entsteht ein kommerzielles und architektonisches Wahrzeichen der Hauptstadt. Bei Fertigstellung im Jahre 2009 wird eine Kombination aus Arbeitsplätzen, Wohnungen, sowie Einkaufs- und Unterhaltungsmöglichkeiten verwirklicht worden sein. Zu dem Projekt mit einer Gesamtfläche von 600.000 Quadratmetern gehören der 300 Meter hohe „Gran Torre Costanera“ (höchstes Gebäude Südamerikas) und drei weitere Geschäftsgebäude mit Einkaufszentren, Geschäften, Kinos, einem Vergnügungszentrum, gastronomischen Einrichtungen, Hotels, Büros und Luxuswohnungen. Der vier Bürotürme umfassende Gebäudekomplex erhält einen eigenen Autobahn- und U-Bahn-Anschluss.[19]
[Bearbeiten] Parks
Am Rande der Altstadt liegt der Cerro Santa Lucia, eine grüne Parkoase auf dem Hügel, auf dem Santiago gegründet wurde. Schon im 19. Jahrhundert und als Teil eines Verschönerungsplanes für Santiago, speziell in Vorbereitung auf die „100 Jahrfeier der Chilenischen Republik“, wurden unter Mitwirkung von Benjamín Vicuña Mackenna die Festungsbauwerke auf dem „Santa Lucía“ geschleift: Fußwege, eine Kapelle auf der Hügelspitze, mehrere Brunnen und Erker gebaut und schließlich einige Bäume angepflanzt, so dass der Hügel heute einen parkähnlichen Charakter besitzt.
Der Cerro San Cristóbal mit dem „Parque Metropolitano“ ist ein in die Stadt hineinragender Vorläufer der Anden, der mit einer Standseilbahn und einer Seilbahn erklommen werden kann. Sein alter Name war Tupahue, er wurde von den spanischen Eroberern nach dem heiligen Christopherus umbenannt. Auf dem Berg befinden sich unter anderem der Zoo von Santiago, eine Kirche, ein Amphitheater und eine 22 Meter hohe Marienstatue, ein Wahrzeichen der Stadt.
Der „Parque Forestal“ erstreckt sich am Südufer des Río Mapocho











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